Die Werkzeuge sind längst da. Warum ich trotzdem einen Workshop und ein Mentoring anbiete
Warum ich die AI Academy und das Mentoring KI-Souveränität gebaut habe: Die Werkzeuge sind günstig und zugänglich. Was den meisten fehlt, ist ein anderer Blick auf die eigene Arbeit und die Erlaubnis, sie abzugeben.
Dinge, die ich immer wieder höre: Ich habe die ganze Woche an der eigenen Website gesessen. Oder an der Buchhaltung, am Videoschnitt, an den Untertiteln. Oft stundenlang. Und nichts von dem geschafft, was eigentlich dran war.
Ich kenne das gut. Genau so ging es mir auch.
Seltsam ist dabei, wie unterschiedlich wir mit Geld und mit Zeit umgehen. Eine Rechnung über 500 Euro legen die meisten dreimal beiseite, bevor sie sie bezahlen. Aber eine Woche eigener Zeit geht ohne Nachfrage durch, weil sie auf keiner Rechnung steht. Bezahlt ist sie trotzdem. Und die Zeit ging ja nicht in das, was man wirklich kann. Sie ging für Abstände, Schriftgrößen und Videoformate drauf, für Belege, die sich nicht zuordnen lassen, für einen Export, der mitten im Rendern abbricht.
Genau deshalb habe ich in den letzten Wochen die AI Academy gebaut, einen Live-Workshop für Selbstständige, und dazu das Mentoring KI-Souveränität. In diesem Beitrag erzähle ich, warum. Und warum ich glaube, dass es dafür kein weiteres Werkzeug braucht, sondern einen anderen Blick auf ihre eigene Arbeit.
Die Werkzeuge sind längst da
Vor nicht allzu langer Zeit war vieles davon noch Bastelei. Was ich mit KI gemacht habe, war für die meisten Menschen schlicht zu kompliziert. Das zieht sich übrigens durch mein ganzes Berufsleben: Ich war meistens ein paar Schritte voraus, und oft hat niemand so recht verstanden, was ich da eigentlich tue.
Das hat sich geändert. Heute gibt es KI-Agenten, die auf dem eigenen Rechner arbeiten, mit den eigenen Dateien, den eigenen Zugängen und den eigenen Regeln. Du beschreibst in normaler Sprache, was entstehen soll, und der Agent führt es aus. Er sucht, probiert, korrigiert sich selbst, findet Fehler oder Lücken und schließt diese. Und wenn er Input braucht, fragt er danach. Du prüfst, was dabei herauskommt.
Ein Zugang, mit dem man gut anfangen kann, kostet um die 20 Dollar im Monat.
Ein paar Beispiele aus meinem Alltag der letzten Wochen:
- Mehrere hundert Videos von Vimeo zu bunny.net umgezogen und den ganzen Mitgliederbereich auf die neuen Links umgestellt, mit Tests und einer Liste der Stellen, die noch einen Blick brauchen. Fünf Stunden. Von Hand dauert das Wochen bis Monate, und dabei passiert fast zwangsläufig etwas: Videos gehen verloren, Links zeigen ins Leere, Titel und Videos passen nicht mehr zusammen, einzelne Seiten werden schlicht vergessen. Manche dieser Fehler fallen erst auf, wenn die alten Videos schon gelöscht sind. Die Kosten des Videohostings haben wir dadurch um rund 3.700 Euro im Jahr gesenkt, von etwa 4.000 auf etwa 300 Euro.
- Ein Manuskript mit über 60.000 Zeichen nach den Anforderungen des Verlags formatiert. Von Hand ist das mindestens ein ganzer Tag, jede Überschrift und jeder Absatz einzeln, und irgendwo rutscht immer eine Formatierung durch. So waren es Minuten.
- Die Termine für einen Mitgliederbereich angelegt, die Zoom-Meetings dazu eingerichtet und jeden Termin mit seinem Link in den Google Kalender eingetragen. Ein Satz hat gereicht. Früher hat mich das jeden Monat eine halbe Stunde gekostet.
- Die größten Bilder einer WordPress-Mediathek herausgesucht, umgewandelt und ersetzt. Aus über 60 MB wurden gut 12 MB, ohne sichtbaren Verlust. Von Hand macht das für eine ganze Mediathek einfach niemand, weil die großen Bilder zwischen tausenden anderen auch nicht einfach zu finden sind.
- Mit meinen Websites und denen meiner Kunden spreche ich eigentlich nur noch. Ich sage Claude, was sich ändern soll, und er baut es direkt im jeweiligen Page Builder, nativ in Elementor, WPBakery oder Divi. Besser, schneller, einheitlicher und ansprechender, als ich es je von Hand hinbekommen habe. Und das, obwohl ich meinen Job wirklich gut kann.
- Eine Zoom-Aufnahme, in der im fertigen Video die Bildschirmfreigabe fehlte und die Mikrofone unterschiedlich klangen. Der Agent hat das Video aus den einzelnen Spuren, die Zoom speichert, neu zusammengesetzt. Die unterschiedlichen Mikros hat er dabei von selbst bemerkt und gleich mit angeglichen. Von Hand wäre mir das so mühsam gewesen, dass ich es gar nicht erst gemacht hätte. Auch sonst schneide ich Videos nach einer Liste von Zeitmarken, gleiche die Farben zwischen zwei Kameras an, lasse Untertitel erzeugen oder Bilder zuschneiden und rahmen. Einfache und auch ziemlich aufwendige Bild- und Videobearbeitung, ohne dass ich Photoshop oder Final Cut Pro überhaupt öffne.
Unterm Strich komme ich immer wieder auf dasselbe Verhältnis: Was mich früher 30 Stunden gekostet hat, ist heute in drei erledigt, oft in weniger. Das klingt nach einem Werbe-Spruch, ich weiß. Aber die Zahlen stimmen. Bei dir sehen sie vielleicht anders aus, weil deine Arbeit anders aussieht.
Warum es trotzdem kaum jemand so nutzt
Wenn die Werkzeuge so gut und so günstig sind, warum sitzen dann so viele kluge, erfahrene Selbstständige immer noch ganze Tage an ihrer Website?
An Intelligenz oder Fleiß liegt es sicher nicht. Ich sehe vor allem zwei Gründe.
Der erste ist die Flut. Jede Woche ein neues Tool, ein neues Modell, ein neues Reel, das erklärt, warum man jetzt unbedingt dieses eine Ding braucht. Wer ohnehin am Limit ist, hat dafür keinen Kopf. Viele haben das Gefühl, abgehängt zu werden, und wissen gleichzeitig nicht, wo sie anfangen sollen. Das ist ein sehr unangenehmer Zustand, er erschafft Panik und FOMO (fear of missing out).
An einem einzigen Tag im August haben mir drei Kunden erzählt, dass sie eine neue All-in-one-Plattform nutzen wollen, für 49 bis 97 Dollar im Monat, zusätzlich zu allem, was sie schon bezahlen und wir zusammen eingerichtet haben. Drei völlig unterschiedliche Situationen, dreimal ein neues – total einzigartiges, unbedingt wichtiges – Tool. Eine von ihnen war von der Technik ohnehin überwältigt und hoffte, dass es mit dem neuen System endlich leichter wird. Ein neues System bringt aber zuerst einmal neuen Lernstoff, neue Hürden und eine neue Abhängigkeit mit. Die Überforderung wird damit eher größer. Manchmal ist ein neues Tool genau die richtige Wahl. Die Entscheidung sollte dann aber von deinen Anforderungen und von dem ausgehen, was du schon hast, und nicht vom besseren Marketing.
Der zweite Grund ist das Chat-Fenster. Die meisten kennen KI als ChatGPT im Browser, und dort stößt man schnell an enge Grenzen. Den Zusammenhang, deine Regeln und dein Material musst du immer wieder neu mitgeben, an deine Dateien kommt das Modell meistens nicht heran, und die eigentliche Umsetzung bleibt am Ende doch bei dir. Wer vom hundertsten Plan aus dem Chat-Fenster enttäuscht ist, schließt verständlicherweise daraus, dass KI für die eigene Arbeit nicht viel taugt.
Der eigentliche Wechsel passiert im Kopf
Bisher gab es für eine Aufgabe zwei Möglichkeiten. Entweder du machst sie selbst. Oder du gibst sie ab, an eine virtuelle Assistenz, eine Agentur, einen Freelancer. Beides hat seinen Platz, und gute menschliche Unterstützung bleibt weiterhin wertvoll.
Ich sehe eine dritte Möglichkeit: Ein KI-Agent führt die Aufgabe aus. Du beschreibst, was entstehen soll, gibst ihm das passende Material, und er legt los und am Ende kontrollierst du nur noch. Oder lässt einen anderen Agenten kontrollieren.
Das klingt einfach. Für viele ist der Schritt dahin trotzdem groß, und das liegt weniger an der Technik als an einer alten Gewohnheit. Ich weiß das, weil ich ihn selbst gehen musste.
Ich war lange stolz darauf, alles selbst zu können: Fotos, Videos, Musik, Ton, Websites. Jedes Programm selbst bedienen, jeden Regler selbst schieben. Ich habe das für Qualität gehalten. Eigentlich war es Kontrolle, und bezahlt habe ich sie mit etwas anderem: viel Zeit und nicht das Ergebnis, das diese Investition wert war. Am schwersten war dabei nicht, ein neues Werkzeug zu lernen – das fällt mir naturgemäß leicht. Am schwersten war zuzugeben, dass „gut genug“ in den allermeisten Fällen einfach reicht und dass ich das jahrelang mit „schlampig“ verwechselt habe.
Dazu kam die bitterste Sorte von Aufschieben: Dinge, von denen ich genau wusste, dass ich sie kann, und die ich trotzdem nicht fertig bekam. Meine App NomadFamily lag drei oder vier Jahre halb fertig herum, weil mich schon der Gedanke erschöpft hat, sie noch einmal sauber neu aufzubauen. Irgendwann habe ich dem Agenten den Datenbankexport gegeben und sehr genau aufgeschrieben, wie die neue App aussehen und funktionieren soll. Eine Woche später war sie neu gebaut. Schöner, sicherer und endlich so aufgebaut, dass ich sie weiterentwickeln kann.
Seitdem liegt bei mir eigentlich keine Arbeit mehr unfertig herum. Nicht jede Idee wird sofort umgesetzt, aber jede hat einen Ort und einen Zustand: Idee, Backlog, in Arbeit oder erledigt. Natürlich stoße ich weiter an Grenzen. Im Moment allerdings häufiger an Tokenbudgets als an fehlende Hände. :-)
Was mich am meisten überrascht hat: Gespart habe ich nicht am Denken. Wie das Buch am Ende aussehen soll, wie sich die App anfühlen soll, was ein Kunde wirklich braucht, das entscheide ich immer noch selbst, und dafür brauche ich genauso lange wie früher. Weggefallen sind vor allem die Stunden mit Tippen und Klicken danach.
Das ist für mich der Kern: Die Werkzeuge sind da. Ob du sie nutzt, entscheidet sich woanders – ob du dir erlaubst, Arbeit abzugeben, die du selbst könntest. Und ob du lernst, sie so zu beschreiben, dass ein Agent sie verlässlich ausführt.
Was sich dafür lernen lässt
Die gute Nachricht: Das lässt sich lernen, und du fängst nicht bei null an. Du kennst deine Arbeit. Du weißt, was dich aufhält und was am Ende herauskommen soll. Genau dieses Wissen braucht ein Agent. Drei Dinge kommen dazu.
Eine geeignete Aufgabe erkennen. Nicht alles lässt sich sinnvoll übergeben, und für den Anfang eignet sich ein überschaubarer Ausschnitt besser als das ganz große Projekt. Wer hier gut wählt, hat nach dem ersten Versuch viel eher ein Erfolgserlebnis als eine neue Baustelle.
Den Auftrag klar beschreiben. Was soll entstehen, was ist schon vorhanden, was muss der Agent beachten? Bei NomadFamily war genau das der Unterschied. Weil ich so genau wusste, wie die App sein soll, ist der größte Teil in einem Durchgang entstanden.
Das Ergebnis prüfen und weiterarbeiten. Woran erkennst du, ob es brauchbar ist? Wie gibst du Rückmeldung? Nach dem ersten Durchgang folgen meistens noch ein paar Runden Ping Pong, und die gehen schnell.
Auch bei Schritten, die dir neu sind, hilft der Agent. Er erklärt sie und übernimmt die Ausführung. Eine Fehlermeldung oder ein unbekanntes Dateiformat muss dann kein Punkt mehr sein, an dem du hängen bleibst. So kannst du neue Möglichkeiten in Ruhe einordnen und prüfen, ob sie dir bei deiner Arbeit wirklich helfen.
Genau das verstehe ich unter KI-Souveränität: selbst einschätzen können, was für dich relevant ist, und bewusst entscheiden, welche Arbeit du selbst machst und welche du abgibst. Dazu gehört auch, begründet auf ein Tool zu verzichten. Ich nenne das auch Anti-Tool-Diät. Du gehst bei der Planung von dem aus, was du schon hast und wirklich brauchst, und entscheidest erst dann, ob etwas Neues dazukommt, wenn klar ist, dass du an eine wirkliche Grenze stößt. Oft holt ein Agent aus deinen vorhandenen Werkzeugen mehr heraus als die nächste Plattform.
Warum ein Workshop
Die AI Academy ist ein Live-Workshop für Selbstständige. Er hat ein klares Ziel: Du gehst mit einem konkreten nächsten Schritt für deine eigene Arbeit daraus heraus.
Deshalb beginnt er schon vor dem Termin. Nach der Buchung bekommst du ein paar kurze Fragen: wie dein Arbeitsalltag aussieht, welche Aufgabe du gern leichter erledigen würdest, woran es bisher hängt und welches Material du schon hast. Ich lese deine Antworten vor dem Workshop und wähle die Beispiele danach aus. Die Themen der anderen Teilnehmer siehst du ebenfalls, und oft ist eines dabei, das du selbst gut gebrauchen kannst.
Im August hatte ich eine Umfrage laufen, welche Themen gerade am wichtigsten sind. Ganz oben stand mit Abstand die eigene Website, dahinter Fotos und Videos. Eine Antwort aus der Community hat es besonders gut getroffen: „Was ist generell möglich, wie bekomme ich Anschluss.“ Genau diese Frage beantwortet der Workshop, und zwar an deiner eigenen Arbeit.
Das Ticket kostet 199 Euro. Der Workshop ist ein eigenständiges Angebot, mit dem du danach selbst weiterarbeiten kannst. Hier kannst du deinen Workshopplatz buchen.
Warum ein Mentoring
Für den Einstieg reicht ein Workshop. Eine Arbeitsweise zu verändern braucht Zeit und Wiederholung. Die alte Gewohnheit, erst einmal selbst loszulegen, meldet sich immer wieder, gerade wenn es stressig wird.
Deshalb gibt es das Mentoring KI-Souveränität: sechs Monate, in denen du diese Arbeitsweise mit mir in deinem Alltag ausbaust. In der Gruppe siehst du, wie andere ihre Aufgaben angehen, und bekommst Ideen, auf die du allein vielleicht nicht gekommen wärst. In der 1:1-Begleitung geht es um deine eigene Situation. Und du hast Zugang zu mir persönlich.
Ein großer Teil meiner Rolle ist dabei das Filtern. Ich arbeite jeden Tag mit KI-Agenten, für meine eigenen Projekte und für Kunden. Deshalb kann ich dir sagen, was für deine Aufgaben relevant ist und was du getrost weglassen kannst. Das meine ich mit digitaler Gelassenheit: nicht jedem neuen Tool hinterherlaufen müssen und trotzdem wissen, womit du anfängst. Nach und nach entsteht so dein eigenes schlankes Betriebssystem für den Arbeitsalltag, mit weniger Werkzeugen, die du dafür wirklich nutzt.
Die Pilot-Runde kostet 4.599 Euro. Den Workshop bekommst du zum Mentoring gratis dazu. Buchst du zuerst den Workshop und entscheidest dich danach für das Mentoring, rechne ich dir den Ticketpreis vollständig an. Hier kannst du deinen Platz in der Pilot-Runde buchen.
Was ich mir für dich wünsche
Ich bin überzeugt: Heute muss niemand mehr so viel Zeit mit Arbeit verbringen, die er eigentlich nicht machen will. Die Abstände auf der Website, die Belege, die Untertitel, die Termine im Kalender: Für einen großen Teil davon gibt es inzwischen einen Weg, der Minuten statt Tage kostet.
Was du mit der gewonnenen Zeit machst, entscheidest du. Du kannst mehr schaffen, neue Projekte angehen oder einfach früher den Laptop zuklappen.
Anfangen kannst du mit einer einzigen Aufgabe, die dich schon viel zu lange aufhält. Welche wäre das bei dir?
Wenn du sie gemeinsam mit mir angehen möchtest, findest du hier den Workshop und hier das Mentoring KI-Souveränität. Einen Überblick über beides gibt es unter KI für deinen Arbeitsalltag.