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Die Wahrnehmungen der Anderen

16. November 2019

Eine weitere Kritik an mir, bzw. meinem Post und Veröffentlichung eines Briefes (https://marcushorndt.de/2019/11/13/brief-an-die-lehrerin-meines-sohnes/) an die Lehrerin eines meiner Söhne, brachte mir: ich bin zu hart und kalt.

Das Interessante ist, dass ich Rückmeldungen in der Spanne von „es berührt mich sehr“ (also möglicherweise ziemlich weich) und „ich würde da mit Anwalt drohen“ (ich war definitiv zu weich) über „bist du eigentlich immer so klar in der Kommunikation deiner Werte, oder zweifelst du auch mal?“ (also irgendwie genau richtig) bis hin zu „zu hart und kalt, in deinen Posts geht es überwiegend und eigentlich nur um dich“ (also…zu hart).

Was mache ich also damit?

Ich finde das eine wichtige Frage, denn dieser Zustand begegnet uns allen täglich. Für die einen sind wir, oder das, was wir machen oder sagen, zu sehr so, für die anderen so (das Gegenteil). Für die wenigsten oft genau richtig.

Ich sehe zwei Möglichkeiten – die ich auch beide nutze.

Einerseits mache ich nichts, denn es sind und bleiben die Wahrnehmungen der Anderen. Ich sehe ja schon anhand der Verschiedenheit der Wahrnehmung, dass ich von verschiedenen Menschen verschieden wahrgenommen werde. Es sind ja auch verschiedene Menschen und alle sind das Zentrum ihrer eigenen Erfahrungswelt und ihres eigenen Universums. Es kann sich gar nicht lohnen, etwas verändern zu wollen, weil es jemandem nicht gefällt. Da sind immer noch Milliarden von Menschen, die es genau anders sehen könnten.

Außerdem höre ich es mir an. Es ist interessant. Es ist ein Bild von mir. Irgendwas daran wird wahr sein. Es gibt mir eine Rückmeldung, wie ich in der Welt da draußen wahrgenommen werde. Das Gute ist: ich werde wahrgenommen. Ist doch erstmal ein schöner Zustand. Eigentlich etwas, was jeder von uns will: Gesehenwerden. Was wir manchmal vergessen, ist, dass mit dem Sichtbarwerden auch die Angreifbarkeit kommt. Wenn ich wahrgenommen werde, werde ich auch angegriffen. Ich kann ja erst „gegriffen“ werden.

Letztendlich entscheide ich mich dafür, damit, was es mir wert ist, sichtbar und angreifbar zu sein. Das ist es mir wert.

Und ja, ich schreibe von mir. Ich schreibe darüber, was mir wichtig ist, was mir wertvoll ist. Was ich erlebt habe und wie ich damit umgehe. Wenn du die Einladung dahinter nicht sehen kannst, dann ist es ok.

Unterstützung durch andere Menschen und Inspiration:
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