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Kritik an meinem Brief an die Lehrerin meines Sohnes

14. November 2019

Ich habe gestern einen Brief veröffentlicht, mit dem ich einige Minuten zuvor eine Mitteilung einer Lehrerin eines meiner Söhne beantwortet habe, dass sie auf unsere Unterstützung (als Eltern) hofft und zwei Nachholtermine zur Auswahl für die gesamte Klasse „angeboten“ hatte.
Ich habe geantwortet, dass meine Unterstützung meinem Sohn gilt.

Der Brief hat viele Menschen inspiriert, selbst für ihre Werte einzustehen und diese auch zu kommunizieren. Manche wurde bestärkt darin, dass sie es eigentlich auch so sehen, aber bisher nicht getraut haben, zu sagen. Andere haben sich gefreut, dass sich Menschen zeigen, denen es wichtig ist, dass ihre Kinder in Würde und Freiheit aufwachsen, um festzustellen, dass sie nicht allein damit sind.

Ich wurde aber auch dafür kritisiert.

Eine – wie ich finde – berechtigte Kritik lautete: Aus der Sicht des Kommentators würde ich ausschliesslich fordern. Ich hätte keine Lösungsansätze und würde nichts bieten, wodurch aus der Situation eine Win-win-win-Situation wird.
Es stimmt: Ich habe im Brief keine Lösungen angeboten. Ich habe nicht zum Gespräch eingeladen. Ich habe keinen Vorschlag gemacht, mit dem alle irgendwie leben könnten.

Es war auch nicht meine Absicht. Natürlich sehe ich Lösungen. Das grundlegendste aller Probleme in dem Zusammenhang ist schlichtweg die Schulgebäudeanwesenheitspflicht. Nur durch dieses kleine Detail werden Menschen in den Anfangsjahren in die missliche Lage gebracht, nicht wählen zu können, wo sie sich aufhalten wollen und wie sie ihr Leben leben wollen. Sie haben einfach keine Wahl und kommen völlig unverschuldet in diese Situation. Das können wir schönreden oder wir können uns Mühe geben, den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen; es ändert nichts an der Grundvoraussetzung, mit der unsere Kinder in unsere Schulen gehen MÜSSEN.
Daher ist die wichtigste aller Lösungen die, dass die Schulgebäudeanwesenheitspficht im ersten Schritt in eine Bildungspflicht umgewandelt wird und letztendlich in Bildungsangebote.

Aber zurück zu meinem Brief. Ich habe keine Lösungen vorgeschlagen, weil es in meinem Brief um eine Positionierung ging. Ich habe mich zu meinen Werten bekannt (Freiheit, Würde, Unversehrtheit, Augenhöhe) und herauskristallisiert, welche Werte die Schule, bzw. die Lehrerin vertritt, wenn sie das durchzieht, was sie angekündigt hat. Ich habe deutlich gemacht, dass dadurch unter anderem der Selbstwert der betroffenen Menschen massiv leiden wird. Dass die Beziehung flöten geht und der Wert Gehorsam ganz oben steht. Mir ist klar geworden, dass die Voraussetzung für eine Kooperation zwischen zwei PARTNERN eine gleiche Zielsetzung ist. Es ist aber offensichtlich, dass sich die Ziele der Schüler/Klasse von der der Lehrerin/Schule unterscheiden. Es müssten also die Ziele verändert werden, damit eventuell eine Kooperation stattfinden kann. Und nicht durch die – beschönigend „Konsequenzen“ genannte – angedrohte Strafe manipuliert zu werden, doch noch den nötigen Gehorsam zu üben und passend zu funktionieren.

Ist es meine Aufgabe, Lösungen anzubieten? Lösungsvorschläge anzubringen, wenn ich sage: Hier wird eine Grenze überschritten und das toleriere ich nicht? Das Kind steht für mich im Zentrum. Die Beziehungskompetenz liegt ausschliesslich bei der Lehrerin. Die Schüler sollten nicht die Verantwortung dafür tragen.
Dafür gibt es aus meiner Sicht keine andere Lösung, als dass die Lehrerin/die Schule die Verantwortung komplett zu sich nimmt.

Dafür kann sie mit meiner vollen Unterstützung rechnen!

Unterstützung von Menschen und Inspiration:
>>> https://marcushorndt.de/kreis

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