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Brief an die Lehrerin meines Sohnes

13. November 2019

Meine Antwort an die Schule auf die Mitteilung, dass Nachholstunden für einen bestimmten Unterricht angekündigt werden und sie auf unsere Unterstützung hoffen:

„Sehr geehrte Frau **********,

damit bin ich nicht einverstanden und meine Unterstützung gilt meinem Sohn.

Wenn Kinder nicht „kooperieren“ dann beruht das in den meisten Fällen auf einem Missverständnis über die Bedeutung von „Kooperation“. Diese setzt nämlich voraus, dass beide Kooperationspartner am gleichen Ziel arbeiten. Da diese „Partner“ sind, heißt das, dass sie das aus eigener Motivation sind.
Diese Voraussetzung scheint nicht gegeben zu sein und damit bleibt die angestrebte Regelung eine Bestrafung und ist auf keinen Fall eine Konsequenz!

Eine „Konsequenz“ des beschriebenen Zustandes ist, dass die Kinder etwas nicht oder nicht in der dafür vorgesehenen Zeit gelernt haben. Punkt. Alles, was darüber hinausgeht und was sich jemand dazu ausdenkt, bleibt entweder ein Angebot (freiwillig) oder eine Bestrafung (erzwungen).

Ich werde definitiv keine Kritik an Ihnen oder an ihrer Arbeit üben, da ich Sie zum einen zu wenig kenne und zweitens, da mir bewußt ist, dass Sie in einer schwierigen Situation stecken, die scheinbar keinen anderen Ausweg bietet.
Ich möchte aber deutlich darauf hinweisen, dass die vorgeschlagene Verfahrensweise auf dem Grundsatz des „Gehorsams“ beruht und weise gewählt werden sollte. Schulkinder sind in einer Situation, in die sie nicht freiwillig geraten sind.
Mir ist klar, dass es leicht ist, sich der gelegten Strukturen (Schulgebäudeanwesenheitspflicht) zu bedienen und die damit in Verbindung stehende Rollenautorität zu nutzen, um bestimmte Ziele durchzusetzen.

Es widerspricht dennoch meinen Werten als Mensch und auch den propagierten Werten der Gesellschaft, in der wir leben (Grundrechte). Damit entsteht ein Konflikt in den Kindern, der ihnen zeigt, dass sie im Zweifelsfalle (sie erfüllen die an sie gestellten Erwartungen nicht oder nur unzureichend) doch mit Bestrafung dazu geführt werden, diese in Zukunft zu erfüllen. Das hat gravierende Auswirkungen auf ihren Selbstwert. Ich weise dazu gerne noch auf eine Aussage von Jesper Juul hin, die sinngemäss sagt „Gehorsam oder geistige Gesundheit – beides geht nicht“ sowie auf die Ausführungen von Arno Grün „Wider den Gehorsam“.

Herzliche Grüße,
Marcus Horndt“

4 comments

  1. […] habe gestern einen Brief veröffentlicht, mit dem ich einige Minuten zuvor eine Mitteilung einer Lehrerin eines meiner Söhne beantwortet […]

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  2. […] der Veröffentlichung meines Briefes (https://marcushorndt.de/2019/11/13/brief-an-die-lehrerin-meines-sohnes/) als Antwort an die Schule / die Lehrerin, die die Klasse eines meiner Söhne gemeinschaftlich […]

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  3. […] weitere Kritik an mir, bzw. meinem Post und Veröffentlichung eines Briefes (https://marcushorndt.de/2019/11/13/brief-an-die-lehrerin-meines-sohnes/) an die Lehrerin eines meiner Söhne, brachte mir: ich bin zu hart und […]

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  4. […] weitere Kritik an mir, bzw. meinem Post und Veröffentlichung eines Briefes (https://marcushorndt.de/2019/11/13/brief-an-die-lehrerin-meines-sohnes/) an die Lehrerin eines meiner Söhne, brachte mir: ich bin zu hart und […]

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