Blog updates

Latest news & updates
Blog, Leben

Mein Kommentar zu „Remo Largo über Scheidungskinder“

30. September 2017

…gepostet von familyLab auf Facebook.
http://www.deutschlandfunkkultur.de/remo-largo-ueber-scheidungskinder-kein-richter-kann-der.1008.de.html?dram:article_id=381097

(Abgesehen davon, dass Kinder nicht als Scheidungskinder bezeichnet werden sollten, da sie sich gar nicht scheiden wollten.)

Dass das so unreflektiert hier (bei familyLab) gepostet wird…das paritätische Wechselmodell – in typischer Ausprägung Woche/Woche – beinhaltet mtl. 4 Wechsel, hingegen das traditionelle (und an den Belangen der Eltern ausgerichtete, an einem Rollenmodell der 60er Jahre als Leitbild orientierend) Residenzmodell – in typischer Ausprägung WE + 1 Nachmittag je Woche – 12 Wechsel mtl.

Hier nochmal für Denk- und Lesefaule:
Wechselmodell: 4 Wechsel
Residenzmodell: 12 Wechsel

Dazu kommt, dass ein Elternteil nach Trennung und Scheidung plötzlich Besuchselternteil wird. Ich möchte keinem Kind das zumuten, doch geschieht es hunderttausendfach!

Wie im Artikel beschrieben, ist es ganz sicher eines der wichtigsten Dinge, dass sich das Kind geborgen fühlt. Man kann aber doch nicht die Rolle eines Elternteils von heute auf morgen ausser Acht lassen.
Das Konzept der „Restfamilie“ ist unzutreffend. Die „Gesamtfamilie“ ist mit der Trennung der Eltern in eine neue Form übergetreten. Dafür brauchen die Eltern zweifellos Hilfe. Diese muss aber die Integrität jedes Elternteils und auch die der Kinder wahren. Und sie muss sich an der Realität (Familie hat eine neue Form) orientieren. Und schon gar nicht an einem Leitbild der Elternrollen aus den 60er Jahren.

Ich bin übrigens ein Vater, der die Betreuung seiner Kinder vor dem Gericht durchsetzen muss, da sich eine Verbindlichkeit, Regelmässigkeit und Verhältnismässigkeit im Gespräch nicht lösen ließ/läßt. Dabei geht es mir nicht um „den Besitz“ Kind (siehe Artikel), sondern darum, ihnen ein Leben und einen Alltag mit mir zu ermöglichen.

Die politische und gesetzgeberische Ausrichtung dahingehend, dass die Elternschaft gleichberechtigt – und somit gleichwürdig auch aus Sicht des Kindes – ausgeübt wird, ist längst überfällig. Im gesellschaftlichen findet es statt und hat schon das Mass einer Normalität erreicht.

Wenn beklagt wird, dass Kinder durch den Wechsel in verschiedene Umgebungen beeinträchtigt werden (beklagt sich eigentlich jemand auch über die endlosen Wechsel in Krippe, Kindergarten und Schule?), der spricht von der Situation, die einer Trennung folgt. Derjenige spricht nicht von einem Wechselmodell. Denn auch im Residenzmodell haben die Kinder faktisch mit jedem Elternteil ein Zuhause. Eines von beiden kann nur nicht richtig ausgefüllt/gelebt werden. Diese Situation zieht – wenn es gegen den Willen eines Elternteils gelebt wird – automatisch Loyalitätskonflikte nach sich.

Dagegen wäre eine gesunde und partnerschaftliche Betreuung – auch gegen den Willen eines Elternteils – erst möglich, wenn beide von Gesetz und Rechtsprechung her gleich behandelt werden. Es ist nicht möglich, dies mit dem Leitbild „Residenzmodell“ – gegen den Willen eines Elternteils – zu erreichen.

Write a Comment

*