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Oh fuck…ich bin ein Problem für Sachsens Städte!

28. August 2017

Ich lese grundsätzlich keine Zeitung und vor allem nicht die alleinige Tageszeitung Leipzigs. Aber dieser Artikel auf der Startseite (wie heißt das bei Zeitungen gleich??;-) hat es mir angetan und schlich sich aus meinem Augenwinkel aus dem Papiermüll hinein in meine Aufmerksamkeit.

Was steckt schon in der Überschrift für eine unnötige Polemik! Diese knüpft ja direkt an die Vorschläge der SPD an, die allen Ernstes meint, sogenannte „säumige Unterhaltszahler“ erpressen zu wollen, z.B. mit Führerschein-Entzug. Und schert die „säumigen Unterhaltszahler“, die nicht zahlen können über einen Kamm mit denen, die zahlen könnten, es aber – aus welchen Gründen auch immer – nicht tun.

Ich zahle nicht, weil ich nicht kann. Wir haben als Familie so gelebt, dass wir mit dem auskamen, was wir hatten. Wir haben nicht viel gebraucht und die Kinder auch nicht. Plötzlich gibt es aber Grenzen und Tabellen; Gesetze, Berechnungen.
Ich stehe dafür ein, als Vater die Betreuung meiner Kinder ebenso zu übernehmen/übernehmen zu können, wie das die Mutter der Kinder von mir aus auch machen kann. Ich bin fähig, willens und in der Lage, meine Kinder zu gleichen Teilen zu betreuen, wie die Kindesmutter. Was soll das also?

Die Erklärung liegt dort, wenn man sich das Unterhalts- und Umgangsrecht anschaut. Diese wurden zu einer Zeit geschaffen, als die Rollenmodelle von Elternschaft sich in dem Rahmen bewegten: Einer betreut (meist die Mutter), einer beschafft das Geld (meist der Vater). Wie weit wir von diesen Vorstellungen heutzutage weg sind, zeigt ja ein einfacher Blick zu den jungen Familien von heute. Was würde mir widerfahren, wenn ich allen Ernstes einer Mutter heute sagen würde, sie gehört hinter den Herd und hat die Kinder zu erziehen!

Aber hey, nach einer Trennung ist das ok. Da werden den Eltern Rollenmodelle übergestülpt; egal ob sie damit einverstanden sind oder nicht.
Was bedeutet: Wenn zwischen Vorstellung der Eltern und Wirklichkeit Kongruenz herrscht, ist ja alles in Ordnung. Aber wenn es eine Diskrepanz gibt (zum Beispiel durch Nicht-Kooperation eines Elternteils, oder durch die Rechtsprechung), dann erzeugt das Leid. Großes Leid! Und nicht nur bei den (meist) Vätern. Auch die Kinder bekommen dadurch ihren Teil ab.

Ich bin ganz normaler Vater. Und zu „ganz normaler Vater“ sein gehört in meinen Augen, dass ich meine Kinder auch betreue. Natürlich haben die Kinder Ausgaben. Aber die haben sie in jedem Haushalt. Auch in meinem. Und wenn es Ausgaben gibt, die übergeordnet sind, dann sollten auf Augenhöhe auch Lösungen gefunden werden können. Das geht (bei Differenzen) aber nur, wenn die Eltern gleichberechtigt in der Ausgestaltung der Betreuung und Versorgung sind. Aber von der Gleichbehandlung der Eltern sind wir auf der Ebene der Politik und Rechtsprechung noch weit entfernt!

Was soll also dieser polemische Artikel, der einen Konflikt befeuert, der sowieso vom eigentlichen Kern mittlerweile meilenweit entfernt ist und sich im Prinzip lediglich als Geschlechterkampf manifestiert hat („wer macht es besser“ / „wer hat Recht“)? Noch dazu haben es auch in diesem Artikel Alleinerziehende wieder schwer. Na klar, da bin ich mir sicher. Aber es muss doch zuallererst geklärt werden, wer sich „alleinerziehend“ nennen darf. Es braucht dringend eine Neudefinition des Begriffes (Status)! Ich schlage vor:

Alleinerziehend ist derjenige Elternteil, der nachweislich alles versucht, den anderen in die Betreuung der Kinder einzubeziehen, dies jedoch verwehrt wird. Das schliesst natürlich Tod und Abwesenheit des anderen Elternteils mit ein.

Vor diesem Hintergrund fällt mir noch ein weiteres Phänomen auf. Es wird ja von der Politik mit der Reform des Unterhaltsvorschussgesetzes geworben. Klingt ja auch alles toll. Endlich haben die Kinder mehr und länger Geld und die „Alleinerziehenden“ werden gestärkt!

Wenn man aber bedenkt, dass viele der sogenannten Alleinerziehenden auch Hartz-IV-Empfänger sind, fällt einem vielleicht auf, was das Ganze für eine Farce ist! Der Unterhaltsvorschuss wird 1:1 vom Hartz-IV abgezogen. Am Ende bleibt nicht mehr hängen, als vor dem tollen Gesetz!
Wenn man zu Ende denkt, dann wird die „Absicht“, die dahinter steckt, deutlich: Für den Unterhaltsvorschuss werden ja eben jene säumige Unterhaltsverpflichteten in die Pflicht genommen – ihnen wird z.B. eine erhöhte Erwerbsobliegenheit zugeordnet – und versucht (durch Klagen, Erpressungen, Bedrohungen) das Geld wieder einzutreiben. Also: im Endeffekt das Hartz-IV-Geld. Es ist einfach eine Möglichkeit, die geschaffen wurde, einen Teil des Hartz-IV wieder einzutreiben.

Da klingt die Sache doch gleich ganz anders!

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