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Unterhalt: Geld und Verantwortung

5. Februar 2017
Unterhalt

In letzter Zeit begegnet mir immer wieder das Thema „Geld“. Ist es nicht genug, ist da ein Mangel, fehlt irgendwo etwas, gibt es Hürden wegen zu wenig, Bedrohung durch fehlendes Geld, Forderung von Unterhalt…

Ich erinnere mich, wie ich mein erstes Geld ausgegeben habe. Das war damals in einem Konsum in der Nähe der Schule. Da habe ich auf dem Rückweg von der Schule irgendwas gekauft. Was, weiß ich nicht mehr, aber an das Gefühl kann ich mich noch erinnern. Es war irgendwas zwischen Trauer (jetzt wird es immer so weitergehen und immer mehr werden, was ich ausgebe) und dem Gefühl, dass es etwas Schlechtes ist (lieber sparen, nicht zu viel ausgeben).

Geld ist eine Energieform

Auch heute kann ich bei meinen beiden älteren Kindern entdecken, dass das Gespür für Geld ein sehr verschiedenes ist. Der Ältere behält es lieber bei sich und spürt oft großen Mangel, der Jüngere gibt es gerne aus, und kommt aber auch immer wieder unerwartet zu neuem Geld. Ich habe das Gefühl, er hat das Spiel mit der Energieform Geld integriert und spielt es aus vollem Herzen.

Hier lerne ich, wie wir mit Geld umgehen. Wie unsere Einstellung zu Geld ist. Und wie wir überrascht sind, dass das, was wir uns vorstellen und an was wir glauben, dann Wirklichkeit wird. Wir leben es und es wird Wirklichkeit. Wie sollte es denn anders sein?

Umdenken

Das hat mich zum Umdenken angeregt. Dieser Prozess findet in mir schon länger statt, aber es gibt für mich sehr viel dazu zu lernen. Ich spüre auch, dass es ein tiefergehendes Thema ist und daher sicher noch eine Weile aktuell sein wird.

Auch frage ich mich, wie man als sogenanntes Betreuungselternteil (die Eltern werden ja im Falle einer Trennung vom deutschen Familienrecht eingeteilt in „richtiges Elternteil, mit dem die Kinder ein Leben haben“ und „Besuchselternteil“) wirklich allen Ernstes die Haltung leben kann: „Es steht mir doch zu (dass du für mich sorgst)!“, „Du bist nunmal dafür verantwortlich!“, „Welchen Stolz hast du eigentlich als Vater (dass du mir nicht das ganze Geld bezahlst, das mir, bzw. den Kindern zusteht)?“

„Dass du für mich sorgst“ stimmt natürlich nicht ganz. Das würde ja nur den Ehegattenunterhalt betreffen, aber wenn man „mir“ mit „meinem Haushalt“ ersetzt, dann trifft es die Situation dann doch wieder. „Ich will, dass du mich unterhältst!“

Wie fühlt man sich da?

Unterhalt

Will derjenige, der so argumentiert, wirklich „unterhalten“ werden? Ist denn das wirklich eine lebenswerte Situation? Ganz abgesehen davon, dass er den Blick dafür verliert, was das für die anderen Beteiligten bedeutet; das kann ich ja noch ansatzweise nachvollziehen. Aber nur mal auf sich selbst geschaut: Würde ich so leben wollen?

Nein.

Ich möchte die volle Verantwortung für mein Leben übernehmen und da gehört auch der Bereich dazu.

Und ja, da gehören auch die Kinder dazu. Aber die leben eben in meinem Leben wie auch im Leben des anderen Elternteils. Irgendwie würde ich niemals auf die Idee kommen, vom Geld des anderen Elternteils leben zu wollen. Deshalb bin ich von dieser Haltung immer wieder überrascht. Ich kenne es einfach von mir nicht und frage mich wirklich, wie sich das anfühlen muss. Offensichtlich ist das ja für einen nicht unbeträchtlichen Teil Menschen Normalität.

Gedankenexperiment zum Unterhalt

Das ist doch wirkliche in spannendes Gedankenexperiment. Was müsste passieren, dass ich das Gefühl haben würde, ich möchte von einem anderen Menschen „unterhalten“ werden. Weil ich es anders nicht hinbekomme? Weil das Gesetz eben so ist? Weil ich denke, dass der andere seine Verantwortung am besten in Geldwert lebt? Weil ich meine, ich müsste alles an mich reißen und könnte dann ja gar nicht arbeiten, um eigenes Geld zu verdienen? Also, ich würde darauf bestehen, die Kinder ganz viel zu betreuen, damit der andere dann arbeiten geht, und mich mit versorgt (und die Kinder in meinem Haushalt)?

Irgendwie ist das alles wirklich nicht nachvollziehbar für mich. Da sind wir einfach sehr verschieden!



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