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Getrennt ist nicht alleinerziehend!

30. Januar 2017
alleinerziehend

Natürlich gibt es sie – die wirklichen alleinerziehenden Eltern, bei denen sich der andere Elternteil nicht um die Kinder schert. Oder es sich nicht wert ist, seine Kinder zu betreuen und in ihrem Leben zu sein. Oder tot ist.

Aber die anderen…

Ich stelle einige Thesen auf, basierend auf den Erfahrungen, die ich in den letzten Jahren gemacht habe:

Thesen

  • das Melderecht, das Unterhaltsrecht und das Umgangsrecht bieten falsche Anreize, die dem nicht ausziehenden Elternteil eine Position verschaffen, die er kaum bereit sein wird, aufzugeben (sofern er in seinem Leben keine ausreichende Selbstachtung entwickelt hat und an mangelndem Vertrauen leidet)
  • wirkliche Alleinerziehende sind mir bisher sehr selten begegnet. Ich fordere eine neue Definition des Begriffes: Entweder ist der andere Elternteil nicht verfügbar (tot, unbekannt, oder untergetaucht) oder er hat ausdrücklich und nachweislich kein Interesse am Kontakt/Leben mit seinem Kind
  • die Herausdrängung des meist männlichen Elternteils aus der Familie der Kinder findet oft subtil – schon in der sogenannten intakten Familie – , meist aber auch offen statt. Grundlage dafür ist vor allem fehlendes Vertrauen in seine Kompetenz.
    Das geht zurück auf gewachsene Rollenbilder; darauf weist zum Beispiel auch Cornelia Spachtholz (VbM) deutlich hin: Frauen sind nach wie vor in Karrieredingen benachteiligt, Männer in Familiendingen. Das muss aufhören!
    Natürlich sind die Väter auch mit selbst verantwortlich, wenn sie dieses Spiel mitspielen.

Gespräche

In vielen Gesprächen in den letzten Jahren mit Trennungsmüttern und Trennungsvätern habe ich ein paar Sachen festgestellt:

  • man sollte immer beide Darstellungen der Situation hören, sie können sehr gegensätzlich sein
  • viele Dinge, die von Müttern bezüglich der Väter ihrer Kinder geäußert werden, sind widersprüchlich (ich habe es tatsächlich weniger bei Vätern erlebt), z.B.: „Er will Woche/Woche…er kümmert sich überhaupt nicht um seine Kinder“, fast im selben Satz!
  • wir fallen derzeit im Falle einer Trennung/Scheidung in eine gesetzlich verankertes Rollenmodell von vor 60 Jahren zurück. Wenn ich das ernsthaft einer erwachsenen, emanzipierten, selbstbewußten Frau vorschlagen würde („für dich Herd und Kinder“), dann würde ich mir wahrscheinlich großen Ärger einhandeln 😉 Im Falle einer Trennung wird es in vielen vielen Fällen aber – sogar gegen den Willen des anderen Elternteils – so eingefordert.
  • Männer sind es sich oft nicht wert, ihre Vaterrolle – wahrscheinlich schon innerhalb der Beziehung – einzufordern.
  • Männer ziehen sich oft zurück, wenn ihre Qualitäten im familiären Umfeld nicht wertgeschätzt werden. Das bedeutet dann meist: Rückzug zu Job und Freunden
  • Frauen haben weibliche Qualitäten, Männer haben männliche Qualitäten. Beide sind gleich wichtig, wertvoll und unvergleichbar. Die Kinder brauchen beide Qualitäten und können sie am besten aufnehmen, wenn sie vom jeweils anderen entsprechend wertgeschätzt werden.
  • selbst in intakten Familien schätzen Mütter die Qualitäten der Väter meist nicht, sondern glauben, es – das was das Kind braucht – allein oder besser erfüllen zu können.

Alleinerziehend vs. Getrennterziehend

Macht es bitte besser! Bindet den anderen Elternteil in die Betreuung der Kinder ein! Sorgt für euch selbst; auf jeder Ebene! Schiebt nicht die Verantwortung zum anderen!



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