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Blog, Leben, Musik

Inspiration

20. November 2016

Hier starte ich den Blog auf meiner privaten Seite.

Inspiration, Idee, Kreativität

Ich werde sehr sporadisch schreiben, da mir die Betreuung meiner anderen Seiten gerade wichtiger erscheint.

Gerade kommt mir aber der Begriff „Inspiration“ in den Sinn. Ich möchte ihn gleichsetzen mit „Idee/Ideen“, oder auch „Kreativität“.

In den letzten Jahren habe ich in meiner Arbeit mit Studenten und Schülern entdeckt, dass das Vorhandensein von „Kreativität“ oder „Inspiration“ gewissen Voraussetzungen unterliegt. Mancher hat sich gefragt, warum er oder sie nicht die gleiche Menge an Inspiration (oder Ideen) haben, wie ich (auf dem Klavier). Weiterhin ist mir aber in meinem Leben aufgefallen, dass es mir in bestimmten Bereichen ganz massiv an Kreativität fehlt. Das zu entdecken hat mich sehr erstaunt – und auch geschockt –, aber es war nur der Hinweis, dass es eben Bereiche gibt, denen nicht die gleiche Entwicklung, wie zum Beispiel dem Klavierspielen, oder der Improvisation zu Teil wurde. Oder – das ist vielleicht sogar treffender – an der Stelle verschüttet wurde, weil sie aus irgendwelchen Gründen nicht blühen konnte/durfte.

Man kann das Entstehen einer Idee gewissermassen in Einzelprozesse unterteilen. Anfangs sollte man sich darüber klar werden, dass man keine Idee „machen“ kann. Man kann auch nicht machen, dass man kreativ ist. Auch Inspiration lässt sich nicht herstellen. Man merkt es schon an den Worten; es ist ungelenk. Lieber würden wir sagen: Eine Idee kommt, oder ich bekomme eine Inspiration, oder ich bin kreativ. Das ist der erste Hinweis auf die Natur der Sache: Es kann nicht erzwungen werden, es/sie muss zu uns kommen.

Die nächste Frage ist also, wie kann sie zu uns kommen?
Die Antwort darauf ist meiner Erfahrung nach: Den Raum schaffen, sich bereit machen. Also, die Voraussetzungen schaffen, dass eine Idee, eine Inspiration, oder Kreativität „kommen kann“.

Das führt zu der Frage, was sind die Voraussetzungen dafür?

1. Raum

Zuallererst braucht es einen Raum. Es kann nur etwas kommen, wenn es auch den Raum dazu gibt. Wenn alles voll ist, dann passt ja nicht mehr rein. Also, Raum schaffen. Im Kopf, in der Zeit (Muße), in Glaubenssätzen, in Annahmen, Überzeugungen…Das geht allerdings schon in die zweite Voraussetzung über.

2. Unvoreingenommenheit.

Es wird schwerer etwas kommen, was ich noch nicht kenne. Wenn ich es schon kennen würde, wäre es ja keine Idee, oder Inspiration –, wenn ich nicht unvoreingenommen bin. Ich muss also meine Haltung überprüfen. Bin ich bereit, dass eine Inspiration kommen „darf“? Bin ich für eine neue Sicht bereit? Das bedeutet nämlich immer auch ein Stück weit, eine bisherige Sicht, zumindest teilweise, loszulassen.

3. Loslassen.

Loslassen;-)

4. Nicht-Bewertung.

Es findet wahnsinnig schnell statt. Schon bevor, die Idee da sein kann, wird sie bewertet. Das kann sein als: Nicht gut genug, noch nicht gut genug, es ist es nicht wert, zu klein, zu groß, zu unerreichbar, zu nichtig, zu fremd. Man findet alles Mögliche, nur um die Idee nicht zuzulassen. Das kann auch Perfektionismus sein.

Der kreative Prozess endet nicht an dieser Stelle. Diese will geformt werden. Vielleicht ist es auch nur eine Anfangs-Idee, die sich noch sehr stark verwandeln wird. Ein erster Impuls. Diese Betrachtungsweise bietet aber noch einen weiteren Hinweis auf „die Idee“. Es ist nur der Anfang. Der scheint vielleicht erstmal schwer, aber wesentlich ist, was und ob ich etwas daraus forme. Wenn ich auf die Art bei der Idee verweile, dass ich die „perfekte“ Idee suche, den perfekten Ausdruck, die passendste Antwort, dann vergesse ich, dass der Verwandlung und Ausformung der Idee eine nicht unerhebliche Kraft innewohnt. Diese hat vielleicht sogar mehr Bedeutung, als die Idee an sich. Der Spielraum, der sich bietet, nachdem die Anfangsidee gekommen ist, sollte nicht unterschätzt werden.

Ausserdem enthält man seine Inspiration der Welt vor, wenn man sie nicht zuläßt, weil man meint, sie sei noch nicht perfekt.

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